Partnerschaft/Verlassensangst – Imagination

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Eine Frau möchte sich von ihrer latenten Verlassensangst in Bezug auf Ihren Ehemann befreien. Aktueller Anlass ist ein Traum, in dem ihr Ehemann sie betrog. Auf meine Anregung erinnert sie die schmerzhafteste Traumbildszene, nimmt ihre Körperempfindungen wahr und überlässt sich Ihrem Unbewussten …

Mein Magen krampft sich zusammen. Die Gliedmaßen sind wie erstarrt. Vor mir taucht nun eine weibliche, schlanke Gestalt auf. Sie trägt ein weißes, fließendes, aber verschmutztes Kleid und ist barfuß. Mit weitaufgerissenen Augen starrt sie voller Entsetzen bewegungslos geradeaus. In ihr dominiert der Gedanke: „Ich bin allein!“ Ihr Herz ist aufgeweicht und blutet.

Nun nehme ich einen kleinen Wald wahr. Einer der Bäume wird gerade geschlagen. Es ist spürbar, dass der Baum gerne noch stehenbleiben möchte, er sich aber nicht wehren kann. Er fühlt sich ausgeliefert, ohnmächtig. Er signalisiert tiefe Traurigkeit in der Botschaft: „Sie wollen mich nicht mehr …“ Ich spüre, wie er sich ausgegrenzt, zurückgewiesen fühlt. Krachend fällt er zu Boden. Er tut mir unendlich leid …

Plötzlich verändert sich die Stimmung des Bildes. Ein Wanderer kommt vorbei und setzt sich rastend auf den Stamm des Baumes. Erholt geht er wieder weiter. Kleine Tiere huschen schutzsuchend unter sein Geäst. Ameisen und anderes Kleingetier machen sich hungrig über seine Rinde her, dankbar für Nahrung …
Da weiß der Baum um seine Nützlichkeit, auch im absterbenden Zustand und ergibt sich voller Zufriedenheit dem Lauf der weiteren Dinge. Sein Hader, seine Anspannung, seine Traurigkeit fallen vollkommen von ihm ab. Immer mehr verschmilzt er zustimmend mit der Erde …

Es taucht eine gepflegte Rasenlandschaft gesäumt von Baumgruppen an einem sonnigen Morgen vor meinem geistigen Auge auf. Die Sonnenstrahlen werfen ein bezauberndes Licht auf die Vegetation. Die Luft riecht frisch vom Morgen und lässt die Kraft des Mittags schon erahnen. Eine wohltuende Ruhe ohne Nebengeräusche erfüllt die Atmosphäre – all das zeigt sich in voller Schönheit, Anmut und Harmonie. Ich könnte ewig hinschauen. Tief atme ich die Stimmung dieser vollendeten Landschaft in mich hinein und bin zutiefst berührt, als ich den Satz vernehme: „Das Leben liebt Dich!“

Das blutende Herz der Frau sieht nun anders aus: unverletzt und von fester Konsistenz.
Es signalisiert damit Widerstandsfähigkeit und Selbstbestimmtheit. Ja, es ist ein schönes Herz.
Die schlanke Frau im weißen Kleid kann sich bewegen, ist nicht mehr schreckerstarrt. Sie  bückt sich, zieht sich Schuhe an, entledigt sich ihres schmutzigen Kleides und schlüpft in Rock und Bluse. Auch sie ist vollkommen verwandelt. Ich erkenne in ihr nun eine lebensfrohe, warmherzige, sympathische Frau. Ihr gewinnendes Lachen lässt ihr Gesicht erstrahlen. Ich reiche ihr meine Hände. Ihre Energie empfinde ich sehr beglückend. Mein eigener Brustraum fühlt sich stabil und auch frei an …

Bei der neuerlichen Konfrontation mit der Traumszene berichtet die Frau von einer innerlichen Stärke, die zur Szene emotionslose Distanz schafft, so als habe das Bild nichts mehr mit ihr zu tun. Ein Gefühl der Erleichterung bestimmt ihren weiteren Alltag und entkräftet die Angst des Verlassenwerdens.

www.elkeleithnersteiner.info

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