Einsamkeit/Alleinsein – Imagination

achensee11 (2)

Eine Frau, Mitte Dreißig, wird von einem beständigen Gefühl von Einsamkeit gequält. Obwohl sie in ihrem Leben mit zahlreichen Aufgaben und Verpflichtungen als Mutter, Ehefrau und Geschäftsfrau ausgelastet ist, fühlt sie sich innerlich leer, orientierungslos, allein, getrennt von der Welt. Dieses Unwohlsein kostet sie viel Energie und Lebensfreude. Daher möchte sie wissen, welche innere Entsprechung es zu diesem Unwohlsein gibt. Sie schließt ihre Augen und nimmt Folgendes wahr …

Ich sehe ein kleines Mädchen, barfuß und in weißem Kleid. Sie zeigt sich am Nachthimmel, umgeben von vielen Sternen. Ich muss spontan an das Märchen „Die Sterntaler“ denken. Das Kind blickt vom Himmel aus hinunter zur Erde, zu den Menschen und ist sehr traurig und einsam. Sie nimmt wahr, wie unterschiedlich die Menschen sind: in ihrem Aussehen, in ihren Gedanken, in ihren Handlungen. Vielerorts ist ein Gezeter und Gezerre. Jeder will seine Meinung durchsetzen. Da ist viel Manipulation, Unverständnis, Unfriede, Hektik, Chaos, Disharmonie. Das Kind seufzt betrübt. Ein Teil solch einer Welt will es nicht sein. Das Mädchen tut mir leid, daher nehme ich es tröstend in die Arme … 

Plötzlich spüre ich, dass auch ich gehalten und umarmt werde. Verwundert erkenne ich, dass es Engelsflügel sind, die sich bergend um mich schließen. Sie gehören zu einem männlichen, großen Engel, welcher dem Kind und mir zuversichtlich zulächelt. Ein wohliges Gefühl von Verstandensein durchströmt mich.

Der Engel deutet zur Erde. Wir folgen seiner Geste und sehen die Welt in unterschiedlichsten Farben, fröhlich bunt. Nun begleitet uns der Engel hinunter zur Erde. Er führt uns durch unterschiedlichste Straßen dieser Welt. Er macht uns auf unterschiedliche Kulturen, Lebensweisen, Werte aufmerksam. Wir erkennen, dass diese große Vielfalt der notwendige Nährboden ist für Kreativität, Inspiration, Impulsivität, befruchtende Weiterentwicklung und Dynamik. Ein Einheitsbrei könnte diese Kreativität niemals hervorbringen!

Doch der Engel zeigt uns noch etwas: Wir nehmen ein Bild mit vielen Herzen wahr. Es ist nicht notwendig, alle Herzen dieser Welt zu erreichen. Es genügt, einem Teil der Herzen durch eigenes bloßes Dasein zu begegnen. Sie finden ganz ohne Anstrengung und Mühe, ganz von allein, zueinander.

Dieser Gedanke verschafft Erleichterung und Freude. Nachdem der Engel weiß, dass seine Botschaft bei uns angekommen ist, breitet er seine Flügel um uns herum aus. Ich umarme das Mädchen und werde plötzlich eins mit ihm. Ein Gefühl der Fülle und Wärme durchdringt mich. Der Engel fordert mich auf, nun alleine in die Straßen dieser Welt loszumarschieren – wobei er mir folgt, immer bei mir bleibt.
Lachend und dankbar gehe ich gerne meinen Weg…

Dieses innere emotionale Erleben verhalf der Frau zu einem Wechsel ihrer Betrachtungsperspektive – von einem problembelasteten zu einem ressourcenorientierten Blickwinkel. Ihre dadurch gewonnenen Erkenntnisse führten zu einem veränderten Gefühlserleben – nämlich zu innerer Geborgenheit, Sinn und Zugehörigkeit.

Wie C. G. Jung sagte: „Wer nach außen schaut, träumt. Wer nach innen schaut, erwacht.“

www.elkeleithnersteiner.info

Mehr zur Wirkkraft von Imaginationen

Weitere Fallbeispiele im Buch „Licht werden“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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