Tinnitus – endlich Ruhe!

clown

Emotionale Belastungen zeigen sich auch auf körperlicher Ebene. Denn jeder Gedanke, jede Emotion erzeugt gewisse biochemische Stoffe in unseren Organen, sodass  Muskelverspannungen, Atemstörungen, Schwindel, Tinnitus, Herzrhythmusstörungen etc. deren selbstverständlicher, körperlicher Ausdruck sind.
Es handelt sich dabei nicht um sinnlose Gespenster, die dem Menschen das Leben schwermachen, sondern sie haben uns etwas zu sagen. Denn in jedem leiblichen Befinden manifestiert sich eine latente Erkenntnis.

Imaginationen sind immer auch ein Dialog mit dem Körper. Körperliche Symptome und Körperwahrnehmungen können als Symbole verstanden, in inneren Bildern ausgedrückt und bearbeitet werden und somit als Grundlage für Einsicht dienen.
(aus meinem Buch „Licht werden“, Springer, 2017)

Dazu ein imaginatives Fallbeispiel aus meiner psychologischen Beratungspraxis von einer Frau, Ende Dreißig, mit der körperlichen Belastung von Tinnitus (Ohrgeräusch). Die Klientin schließt ihre Augen und wir beginnen in mehreren Sitzungen jeweils mit der Frage „Was schwimmt auf meinem Fluss (hier Symbol für den Blutstrom)? Ein Auszug:

Da treibt eine große, schwere, alte Holzkiste auf dem Wasser. Ich öffne sie und entdecke darin eine weiße Papierrolle mit dem Aufdruck eines Schlüssellochs. Ich blicke durch das Schlüsselloch – es zeigt sich ein verlassener, kühler Kellerraum. Ein Mann liegt leblos am Boden. Mein Blick weilt länger auf ihm und ich erkenne, dass er unter der Last seiner Schuld, seines schlechten Gewissens zusammengebrochen ist.  Ich empfinde Mitgefühl für ihn. Da fällt Sonnenlicht auf den Mann, der daraufhin immer gläsener, immer durchsichtiger wird, schließlich ganz vom Licht absorbiert wird und nicht mehr wahrzunehmen ist. Ein tiefes Gefühl der Ruhe und des Friedens überkommt mich jetzt …
Wieder zeigt sich die Wasseroberfläche. Die Holzkiste schwimmt immer weiter weg, dem Horizont entgegen …

Ein Holzstamm treibt auf schlammig-braunem Wasser. Auch er steht für Altes, Vergangenes. Da bricht der Holzstamm auf und viel schwarzes Getier krabbelt heraus und läuft rasch weg. Der Stamm wird immer leichter, lichtvoller – und verschwindet in Licht getaucht. Der Gedanke. „Alles ist gut“, drängt sich mir auf…

Diesmal schwimmen lose Bretter auf dem Fluss. Wieder geht es um Altes, Vergangenes. Da saugen sich die Bretter mit Wasser voll und sinken auf den Grund. Laut höre ich den Satz: „Alles im Fluss“. Mich durchströmt ein Gefühl der Erleichterung …

Ein anderes Mal zeigt sich über dem Wasser eine Wolke. Sie steht als Symbol für Nachhall, Aus/Nachklingen. Das Ohrgeräusch ist zwar immer noch da, aber es beunruhigt mich nicht mehr. Ich weiß, dass es bald keine Bedeutung mehr haben wird. Wie diese Wolke. Sie entzerrt sich immer mehr und löst sich auf. Nur mehr blauer Himmel über einem ruhigen Fluss in seinem selbstverständlichen Sein. Dieses Bild wirkt sehr beruhigend auf mich …

Einige Wochen nach der letzten Sitzung nahm die Klientin kein Ohrgeräusch mehr wahr. Und das ist so geblieben.

Alte emotionale Belastungen, Erfahrungen sind anstrengend und haben ein Gewicht. Sie liegen wie Blei auf unserem Blut. Doch Blei tut der Essenz des Eisens nicht gut in unseren Systemen.  Das Blut wird lauter und rauscht, es ist sprichwörtlich „belastet“. Da wehrt sich der Körper. So wie ein Fluss versucht, etwas, was an seiner Oberfläche schwimmt und nichts Nährendes, Gutes ist, wegzutreiben …

Auf körperlicher Ebene unterstützt es den Prozess, sich regelmäßig Zeit für Atemübungen zu nehmen und das Blut über eine Leberreinigung zu regulieren. Im vorliegenden Falle hat die Klientin im Sitzungszeitraum, über mehrere Wochen eine Basen-Fasten-Kur gemacht.

Mehr zur Wirkkraft von Integrativer Imagination und Medizin des Bewusstseins

Info zum Buch „Licht werden – Imagination in Therapie und Beratung. Innere Transformationsprozesse durch die Kraft des Bewusstseins“ (Springer, 2017)

www.elkeleithnersteiner.info

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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