Eifersucht – eine seelische Befreiung

Rose (4)

Immer schon bedienten sich die Menschen ihrer Fähigkeit zur Imagination (Vorstellungskraft), da sie eine ungeheure Vielzahl von Möglichkeiten im Bereich der Selbsterkenntnis, Selbstkontrolle und persönlichen Entwicklung bietet. So schafft sie auch Zugang zu Emotionen und gewährt Einsicht in heilende Prozesse.
„Der Mensch besitzt eine sichtbare und eine unsichtbare Werkstatt. Die sichtbare, das ist sein Körper, die unsichtbare, das ist seine Imagination …“ (Paracelsus)

(aus  meinem Buch „Licht werden“, Springer, 2017)

Dazu ein imaginatives Fallbeispiel aus meiner psychologischen Beratungspraxis von einer Frau, Anfang Vierzig, welche unter ständig wiederkehrender Eifersucht leidet. Sie möchte diese verstehen und sich mithilfe imaginativer Selbstbegegnung endlich davon befreien. Sie lenkt ihre Aufmerksamkeit nach Innen und erlebt Folgendes:

Ich sehe ein kleines Rehkitz vor mir im Gras stehen. Es wirkt sehr unsicher, fühlt sich einsam, allein, auch schutzlos. Aufgrund von schlechten Vorerfahrungen hat es Angst vor Menschen. Dieses Reh will so nicht bleiben! Es will selbständig sein, ganz für sich stehen, kräftig und stolz – auch ohne Eltern!
Kaum ist mir dieser Gedanke bewusst geworden, sehe ich das Reh wachsen und größer, erwachsen werden. Jetzt steht es vor mir – selbstsicher, unabhängig,  kraftvoll. Bei diesem Anblick durchströmt wohlige Wärme meinen Körper. Ich öffne mich ganz für dieses Wärmegefühl, bis die Wärme auch mein Herz vollständig erfüllt …
Freudig nehme ich wahr, dass sich mein Herz prall, zufrieden, energiegeladen zeigt. Allerdings erkenne ich auch, dass dieses Wärmegefühl nicht in meinen Kopf geflossen ist. Wieso?
Da taucht das Bild eines ca. sechs Monate alten Babys auf. Das kleine Kind ist quengelig, extrem unruhig. Als ob ihm seine Position, sein Platz nicht gefällt und passt. Irgendetwas stimmt da nicht. Ich weiß, dass das Kind definitiv in die Vergangenheit gehört. Ich entscheide mich, dem Baby zu seinem richtigen Platz zu verhelfen. Da ich spüre, dass es gedrückt werden will, nehme ich es in den Arm, wo es einschläft … Überrascht stelle ich aber fest, dass das Kind im Schlaf immer kälter wird. Meine nächste Wahrnehmung führt mich zu einem Korb, in welchem das Baby nun liegt. Der Korb schwimmt auf einem Fluss. Er treibt mit dem Kind direkt auf einen Wasserfall zu und verschwindet … Augenblicklich überkommt mich ein Gefühl der Erleichterung, das ich einige Zeit lang still und dankbar genieße …
Und nun merke ich, dass sich nach dem Gefühl der Erleichterung wieder ein Gefühl der Wärme einstellt – diesmal fließt es warm auch in meinen Kopf hinein …
Ich nehme mich selbst nun in viel aufrechterer Haltung wahr. Die Worte drängen in mein Bewusstsein: Ich bin stolz auf mich!

Diese Inneren Bilder gepaart mit emotionalem Erleben halfen der Klientin, sich einerseits ihrer eigenen inneren Unsicherheit, Einsamkeit und Schutzlosigkeit bewusst zu werden, die in Gefühlen von Eifersucht zum Ausdruck kamen. Andererseits fand sie Zugang zu jenen Bildern, die einer Aufarbeitung bzw. Reorganisation/Ordnung bedurften. Ein gestärkter Selbstwert und emotionale Balance sind der Lohn.

Mehr zur Wirkkraft von Integrativer Imagination und Medizin des Bewusstseins

Info zum Buch „Licht werden – Imagination in Therapie und Beratung. Innere Transformationsprozesse durch die Kraft des Bewusstseins“ (Springer, 2017)

www.elkeleithnersteiner.info

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