Erlöst von der Angst vor Einsamkeit

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In den Netzwerken des Präfrontalen Cortex (Stirnhirn) unseres Gehirns sind Informationen in Form von inneren Bildern gespeichert, die sich aufgrund von Lebenserfahrungen, Selbstzuschreibungen und Überzeugungen verankert haben. Es ist sinnvoll, die signifikante Arbeitsweise des Gehirns mit seiner enormen Plastizität (Fähigkeit des Gehirns, seine Struktur und Funktion aufgrund geistiger Aktivität zu verändern) für Selbstheilungszwecke zu nutzen, indem notwendige Impulse auf die richtigen Hirnareale gelenkt werden. Imagination macht dies möglich.
(Auszug aus meinem Buch „Licht werden“, Springer, 2017)

Dazu ein aktuelles Fallbeispiel aus meiner psychologischen Beratungspraxis:
Eine Frau, Anfang Vierzig, träumt wiederholt davon, von ihrem Partner verlassen
zu werden. Jedes Mal wacht sie mit einem Panikgefühl, schweißnass, mit rasenden Herzklopfen auf. Da es keinen realen Bezug zu diesen Träumen gibt, diese sie jedoch emotional sehr belasten, möchte sie sich nach innen wenden, um wieder zu Ausgeglichenheit und Lebensqualität zu finden. Sie erlebt folgendes in ihrer inneren Welt (ein Auszug):

Es zeigt sich mir eine in der Luft fliegende Ente. Ihr Gesichtsausdruck deutet auf große Mühe und Anstrengung beim Fliegen hin. Es hat für mich den Anschein, als ob sie wenig Luft bekäme. Jetzt erst erkenne ich, dass sie ja einen schweren Stein um den Hals gebunden hat! Als mir dieses Bild ins Bewusstsein kommt, reagiert mein Körper wie in den Träumen: Ich beginne zu schwitzen und mein Herz klopft schneller. Panik!
Der Satz „Ich bin gefangen“ kommt mir deutlich in den Sinn. Dieses Bild beschreibt exakt meine Gefühlslage in den Träumen … Da kommt es mir in den Sinn: Es ist meine Angst vor Einsamkeit, die mich gefangen hält! Diese Angst liegt meiner Angst, verlassen zu werden, zutiefst zugrunde …. Eine simple Wahrheit, die jedoch durch meine unangenehmen Körperwahrnehmungen sehr prägnant und präsent ist.

Ich will diese Angst, Ängste, nicht mehr! Viel zu lange schon gängeln sie mich.
In weiteren Bildern erkenne ich, woher diese Angst kommt und in mir regt sich Mitgefühl und tiefes Verständnis. In dieser Haltung lasse ich die alten Bilder los und vor meinem inneren Auge taucht nun anstelle der Ente ein eleganter, edler, stolzer, selbstbewusster Schwan auf. Er kann sich ganz frei bewegen, gleitet freud- und kraftvoll durchs das spiegelglatte Wasser. Als könnte ich seine Gedanken lesen, höre ich:

„Ich bin ganz ich!“

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Das Bild und den Satz nehme ich tief in mein Herz hinein – wie eine Woge durchströmt mich ein Gefühl der Erleichterung, Entspannung. Mit der Zeit nehme ich auch ein tiefes Gefühl von Zentriertheit … und ja, sogar Heiterkeit … Ich lasse mir Zeit und genieße dieses Gefühl. Erst nach einer Weile öffne ich langsam wieder meine Augen …

Im genannten Fallbeispiel fungiert ein neues inneres Bild ab sofort als Impulsgeber für  neuronale Reorganisationsprozesse, die umso besser gelingen, je stärker positive Gefühle involviert sind. Die Klientin holte sich nach der Sitzung das „Schwanen-Bild“ immer wieder ins Bewusstsein und stärkte dadurch die entsprechenden Hirnareale. Ihre Angstträume wurden seltener und weniger heftig und hörten nach einiger Zeit bis dato ganz auf.

Innere Bilder generieren die äußeren Situationen! Daher ist es so wichtig, uns für nachhaltige Veränderungen unserer inneren Bilder bewusst zu werden!

Mehr zur Wirkkraft von Integrativer Imagination und Medizin des Bewusstseins

Info zum Buch „Licht werden – Imagination in Therapie und Beratung. Innere Transformationsprozesse durch die Kraft des Bewusstseins.“

www.elkeleithnersteiner.info

 

 

 

 

 

Ein Gedanke zu “Erlöst von der Angst vor Einsamkeit

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