Mutter/Tochter Beziehung klären

Beziehungen sind für die Seele genauso bedeutsam wie die Nahrung für den Körper.

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(Auszug aus dem Buch „Licht werden – Imagination in Therapie und Beratung. Innere Transformationsprozesse durch die Kraft des Bewusstseins. Springer, 2017)

Fallbeispiel

Dazu ein aktuelles Fallbeispiel aus meiner psychologischen Beratungspraxis zum Thema „Mutter/Tochter Beziehung“:

Eine erwachsene Frau beklagt das anhaltend schlechte Verhältnis zu ihrer Mutter. In der Imagination wird ihr die Verstrickung mit der Mutter bewusst, was in Folge, auch gestärkt durch die Inneren Bilder, einen positiven Einfluss auf ihre Beziehung hat.

In der Imaginationssitzung erlebt sie folgendes (ein Auszug):

Es zeigt sich ein ca. 16jähriges Mädchen auf einem Wiesenstück, das durch einen kleinen Bachlauf in zwei Teile getrennt ist. Sehnsüchtig blickt das Mädchen auf die andere, sehr helle Seite des Baches. Irgendwas hindert sie, den kleinen Bach zu queren, auch wenn sie intuitiv weiß, dass sie eigentlich auf diese andere Seite gehört.

Da erscheint hinter dem Mädchen am Waldrand die eigene Mutter, die zu ihr spricht:“ Ich brauche Dich. Ich habe Dir das Leben geschenkt. Du darfst nicht gehen, das bist Du mir schuldig. Ich brauche Dein Licht.“ Die Mutter bricht jetzt in Tränen aus:“ Verlass mich nicht!“

Am Wiesenboden wird nun eine gelbe Zackenlinie zwischen Mutter und Tochter sichtbar. Die Mutter wird bei deren Anblick noch verzweifelter. Doch die gelbe Linie verändert ihre Form, breitet sich wie eine Lache unter den Füßen der Mutter aus. Die Frau steht nun auf einem gelben, großen Fleck. Wärme entsteigt dem Gelb und durchfließt stärkend den Körper der Mutter. Die Farbe scheint der Mutter zu sagen:“ Ich bin immer bei Dir. Wo Du gehst, da bin ich auch.“

Die Mutter merkt, dass ihr die Farbe Gelb festen Boden und sicheren Halt unter den Füßen gibt. Sie richtet ihre Wirbelsäule auf, probiert Schritte in alle Richtungen. Jedesmal folgt die gelbe Farbe ihren Schritten. Dann wendet sich die Mutter, sichtlich gekräftigt, der Tochter zu und sagt:“ Leb‘ wohl und danke – für Dein Licht!“ Die Tochter antwortet:“ Leb‘ wohl und danke – für das Leben!“

Die Mutter dreht sich um, durchquert den Wald und gelangt zu einem kleinen, gemütlichen Haus. Sie setzt sich auf eine Bank vor dem Haus und blickt mit einem Gefühl von Geborgenheit und Dankbarkeit in den klaren Sternenhimmel.
Die Tochter dreht sich auch um, springt leichtfüßig über den Bach und wird von Helligkeit, Freude, Zugehörigkeit umfangen. Alles strahlt und sie weiß:“ Hier darf ich sein! Hier bin ich ganz in meinem Licht!“

————–

Wir müssen nicht länger Opfer familiärer Verstrickungen und Unordnungen sein, die unser Leben einschränken. Integrative Imagination ist ein achtsamer Weg der meditativen Selbstbegegnung, um Zugang zu relevanten inneren Informationen zu bekommen und diese im Sinne von Wohlbefinden und Ordnung im Familiensystem zu transformieren.

Wie sieht die Beziehung zu Deiner Kernfamilie (Mutter, Vater, Geschwister) aus?

Liebe Grüße, Elke

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