Juckreiz lindern

„Psychosomatische Reaktionen sind keine Krankheit, sondern eine natürliche und notwendige Basis der Persönlichkeitsbildung.“
(Prof. Dr. med. Reinhard Plassmann)

(zitiert im Buch „Licht werden – Imagination in Therapie und Beratung. Innere Transformationsprozesse durch die Kraft des Bewusstseins. Springer, 2017)

Körperreaktionen bergen Informationen

Körperempfindungen wollen uns ursprünglich nicht das Leben schwer machen, sondern haben uns etwas zu sagen. Sie wollen lebensfeindliche Informationen vermitteln.

Fallbeispiel

Dazu ein aktuelles Fallbeispiel aus meiner psychologischen Beratungspraxis zur Thematik „Was brennt unter der Haut?“:

Eine Frau, Mitte Vierzig, in ärztlicher Behandlung, leidet seit längerem an lästigem und hartnäckigem Juckreiz. In der Imagination erkennt sie ihre unbewusste, einschränkende Lebenshaltung. Durch dieses Bewusstsein ändert sich ihre Innere Haltung mit der Folge, dass der Juckreiz sich zusehends bessert.

In einer Imaginationssitzung sieht sie folgendes (ein Auszug):

Ich sehe vor meinem inneren Auge ein wunderschönes Gänseblümchen mit herrlich weißen, wohlgeformten Blüten und intensiv gelbem Stempel. Es strahlt Freundlichkeit aus, hat etwas sehr Sympathisches. Der Anblick freut mich. Doch nach einer Weile bemerke ich die Glasscheibe. Ich bin erstaunt und auch irritiert. Tatsächlich: die Blume befindet sich hinter einer Glasscheibe. Ich fühle sofort, dass das überhaupt nicht gut ist. Die Blume ist abgeschirmt, weggesperrt, künstlich gefangen … Mir tut das Gänseblümchen leid. Oje, die arme Blume! So darf es nicht bleiben.

Ich wende mich nun der Glasscheibe zu und betrachte sie in Ruhe. Dabei erkenne ich verwundert, dass sie einen Schutz darstellt und das Gänseblümchen damit auch einverstanden ist. Schutz wovor? Auch darauf bekomme ich eine intuitive Antwort. Es ist die Angst des Gänseblümchens von anderen verurteilt zu werden. Daher die Glaswand als Schutz. Doch der Preis ist hoch. So ein einsames, eingeschränktes Dasein! Ich spüre ganz klar, dass Leben so nicht gemeint ist …

Da beginnt sich das innere Bild zu wandeln. Das Gänseblümchen wird viel größer, die Glaswand zieht sich zurück, verschwindet schließlich ganz. Das Gänseblümchen reckt sich freudig nach allen Seiten. Ich kann förmlich spüren, wie es den Wind in seinen Blättern genießt, wie es tief die frische Luft einatmet, wie es die Wärme der Sonne begrüßt, wie es die Tropfen des Regens durstig aufnimmt. Die Blume ist jetzt spielerisch mit den Elementen verbunden, nichts ist dazwischen. So soll es sein! Ich erfreue mich an diesem stimmigen Bild. In mir tauchen Gedanken auf wie „Endlich frei! Endlich authentisch! Jetzt kann ich leben, kann ich atmen!“

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Integrative Imagination als behutsame und meditative Selbstbegegnung stellt die Verbindung zu unserem Unterbewusstsein her und erlaubt es, Inhalte, die uns nicht gut tun, zu beeinflussen und neu zu organisieren, was wiederum einen Einfluss auf unsere erlebte, äußere Realität und unser körperliches Wohlbefinden hat.

Die gute Nachricht dabei: Wir sind nicht hilflos, sondern können mit der Kraft unseres eigenen Geistes mitsteuern!

Liebe Grüße, Elke

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