Nicht dazugehören – kein gutes Gefühl

Ereignisse von damals sind unveränderbar. Was uns heute belastet und plagt,
ist aber nicht das Geschehnis von damals, sondern die Erinnerungen und Bilder davon in uns – doch diese Bilder können wir nachhaltig verändern und dadurch unserem Leben wieder mehr Qualität, Freude, Zufriedenheit geben.

kindaufschaukel
(Auszug aus dem Buch „Licht werden – Imagination in Therapie und Beratung. Innere Transformationsprozesse durch die Kraft des Bewusstseins. Springer, 2017)

Fallbeispiel

Ein aktuelles Fallbeispiel aus meiner psychologischen Beratungspraxis zum Thema „soziale Ausgrenzung“.

Eine Frau, Mitte Dreißig, fühlt sich in Gruppen oft unwohl im Sinne von ausgegrenzt und isoliert. Da der Körper alle Erfahrungen speichert, binden wir ihn mit ein und die gewonnenen und von der Klientin zutiefst verstandenen Erkenntnisse verändern positiv ihre Selbstwahrnehmung und Innere Haltung, sodass sie ihrer Mitwelt mit einer anderen Ausstrahlung entgegentreten kann.

In der Imaginationssitzung erlebt sie folgendes (ein Auszug):

Es zeigen sich meine Leberzellen. Sie sind von einem weißen Ring umgeben. Die Leberzellen und dieser Ring scheinen vertraut miteinander, kennen sich schon lange. Die Leberzellen haben sich mit der Anwesenheit des Ringes arrangiert. Sie tolerieren ihn. Der weiße Ring zeigt Entschlossenheit: „Ich wache hier. Ich gehe nicht mehr weg.“

Seit wann bewacht der Ring alle Leberzellen? Da zeigt sich ein ca. 3/4jähriges Mädchen, welches in einem Krankenhausbett liegt, das von einem hohen Gitter umgeben ist. Das Kind fühlt sich vollkommen isoliert, abgetrennt, hilflos, orientierungslos, verzweifelt. Es versteht überhaupt nicht, wieso es hier in diesem Bett mit Gitter liegen muss. Und niemand ist bei ihm. Niemand erklärt ihm seine Situation … ganz allein.

Die Kleine tut mir unendlich leid. Jetzt kommt mir in den Sinn, dass ich selbst als kleines Kind mit Gelbsucht im Krankenhaus lag, weit weg von meinem damaligen Heimatort.
Dieses Kind braucht dringend Hilfe. Plötzlich sehe ich das Herz des Mädchens aufleuchten. Es ist so, als erzählte das Herz dem Verstand des Kindes, was geschehen ist und dass zur Heilung nun Ruhe wichtig ist. „Und damit es Dir leichter fällt, Ruhe zu geben, brauchst Du dieses Bett mit Gitter.“

Das Kind ist erleichtert. Es versteht und will seinem Körper helfen, rasch wieder gesund zu werden, indem es ruhig liegen bleibt. Und ich als erwachsene Person setze mich neben das Bett, unsere Finger berühren sich. Ich lasse das Mädchen wissen, dass ich für es da bin. Das Kind beruhigt sich zusehends. Jetzt ist es nicht mehr allein. Auch in mir spüre ich Erleichterung. 

Dann blicke ich mit meiner inneren Aufmerksamkeit wieder zurück zu den Leberzellen. Der weiße Ring ist verschwunden und ich sehe die Zellen in regem Austausch mit ihrer Umgebung. Es ist ein fröhliches, lebhaftes Bild, das mich mit Wärme und Freude erfüllt …

————–

Integrative Imagination ist ein liebevoller Weg der meditativen Selbstbegegnung, um Zugang zu relevanten inneren Bildern zu bekommen und diese im Sinne von Wohlbefinden zu transformieren. Das heißt, wir können unsere Gefühle und Emotionen beeinflussen und sind ihnen nicht hilflos ausgeliefert!

Wie steht es mit Deinem Gefühl von Zugehörigkeit?

Liebe Grüße, Elke

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