Imaginäre Familienaufstellung

eigenverantwortung

Viktor Frankl, der Begründer der Logotherapie und Existenzanalyse sieht den Menschen als freies und verantwortliches Wesen. Ziel ist gelebte Eigenverantwortung, da Leben ohne Verantwortung zwar erlebtes (quasi ungelebtes) Leben, aber nicht gelebtes Leben ist.
(Auszug aus meinem Buch „Licht werden“, Springer, 2017)

Energetische Verstrickungen innerhalb einer Familie können sehr gut mit Hilfe der eigenen heilsamen Imaginationskraft wieder gelöst und familiäre Bindungen neu geordnet werden.

Dazu ein aktuelles Fallbeispiel aus meiner psychologischen Beratungspraxis mit dem Thema „Verantwortung abgeben und nehmen“ (ein Auszug).

Eine Mutter ist sehr beunruhigt über das Verhalten ihrer 19jährigen Tochter, welche seit Monaten die meiste freie Zeit untätig in ihrem Zimmer verbringt, kein Interesse an Bewegung und Unternehmungen hat. Die Mutter vermutet eine depressive Phase der Tochter. Wissend um systemische Zusammenhänge in Familiengeflechten möchte sie der Ursache dieses Verhaltens auf den Grund gehen. Sie schließt die Augen, wendet den Blick nach Innen und lässt ihr Unterbewusstsein in Form von inneren Bildern sprechen. Sie erzählt wie folgt:

Ich sehe mich in einem großen Spiegelsaal eines Schlosses sehr aufrecht und mit strengem Blick auf einem roten Sofa sitzen. Hinter mir eine Spiegelwand, ich überblicke den Saal, vor mir eine Fensterfront. Der Gedanke ist da:  Hier sitzt eine Regentin!
Meine Tochter liegt vor dem Sofa, mitten im Saal, rücklings auf dem Boden. Sie wirkt wie ein hilfloser Käfer, der sich nicht bewegen kann und ich erschrecke sehr.
Ich höre die Regentin zur Tochter sprechen:
Ich schaue auf dich (im Sinne von: ich umsorge dich).
Die Tochter antwortet:
Dann bleibe ich liegen.
Ich erkenne unseren realen Jetzt-Zustand und werde traurig. Nein, so soll es nicht bleiben. Ich bin bereit zur Veränderung …
Da beginnt sich das Bild im Spiegelsaal zu verändern. Aus dem Brustkorb der Regentin löst sich ein goldener Brustpanzer, schwebt in die Luft und versenkt sich dann im Brustkorb der am Boden liegenden Tochter. Sofort spüre ich auch körperlich eine Erleichterung.
Wieder höre ich die Regentin zur Tochter sprechen:
Ich gebe die Verantwortung ab!
Daraufhin beginnt auch die Regentin selbst sich zu verändern. Sie wird viel leichter, transparenter und wirkt jetzt weich, ja liebevoll, unbeschwert und fröhlich. Ich lasse diesen gewandelten Anblick der Frau einige Zeit auf mich wirken …
Wieder spricht die Regentin:
Ich liebe dich so wie du bist!
Daraufhin erhebt sich die Tochter und stellt sich zum Fenster, den Rücken zum Raum gekehrt, den Blick nach draußen. Sie spricht laut:
Ich trage die Verantwortung mit Stolz. Ich packe das! Ich schaffe das!
Dann ist sie plötzlich weg. Ich sehe nur mehr die offene Fensterfront und die sich sanft in der Zugluft bewegenden Vorhänge. Spontan denke ich: ins eigene Leben entschwunden …

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Dieser Gedanke strömt als ein Gefühl von Erleichterung und Freude durch meinen Körper. Noch einmal blicke ich zur Regentin. Sie hat sich lächelnd vom Sofa erhoben, ist aber keine Regentin mehr – sondern eine freudvolle Königin! …

Die Klientin war über die Erkenntnis aus der Imagination sehr überrascht. Sie hatte nicht damit gerechnet, ihren eigenen Anteil am Verhalten ihrer Tochter so deutlich vorgeführt zu bekommen und sah ein, dass sie ihre Tochter bisher zu sehr wie ein Kind umsorgt und bemuttert hatte.  Sie war fest entschlossen, gestärkt durch die sich gezeigten inneren Bilder, der Tochter die nötige Eigenverantwortung ab sofort auch zu lassen.

Integrative Imagination stellt die Verbindung zu unserem Unterbewusstsein her und erlaubt es, lebenseinschränkende Inhalte zu beeinflussen und neu zu organisieren, was wiederum einen Einfluss auf unsere erlebte Realität hat.

Mehr Info zur Wirkkraft von Integrativer Imagination und Medizin des Bewusstseins

Mehr Info über das Buch „Licht werden – Imagination in Therapie und Beratung. Innere Transformationsprozesse durch die Kraft des Bewusstseins“, Springer, 2017.

www.elkeleithnersteiner.info

 

Buchrezension

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Elke Leithner-Steiner, Licht werden – Imagination in Therapie und Beratung. Innere Transformationsprozesse durch die Kraft des Bewusstseins. Wiesbaden: Springer Fachmedien Verlag 2017

Ich bin dankbar und freue mich sehr über die Buchrezension von Univ. Prof. Dr. Raimund Jakesz, Medizinische Universität Wien:

Das Buch „Licht werden – Imagination in Therapie und Beratung“ von Elke Leithner-Steiner ist ein hervorragendes, in die Tiefe gehendes, Perspektiven setzendes Buch, das nicht nur von der Durchdringung der Materie durch die Autorin zeugt, sondern auch von ihrer offensichtlichen großen diagnostischen und therapeutischen Erfahrung im Rahmen ihrer Tätigkeit als psychosoziale Beraterin. Das Buch wird durch eine besonders akribische Literaturdarstellung ergänzt, die immer die eigene Vorstellung der Autorin mit der gängigen Literaturmeinung in Perspektive bringt. Weiterlesen

Körperliche Symptome als Informationsquelle

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Menschliches Leben beginnt nicht bei Null, sondern jeder Mensch bringt von Anbeginn Informationen in Form von selbst geschaffenen, von anderen übernommenen oder transgenerational weitergegebenen Erfahrungen mit. Es gilt, sich von leidvollen Erfahrungen der Vergangenheit, welche als fest verankerte Vorstellungen und innere Überzeugungen im menschlichen System sitzen, zu befreien.
(Auszug aus meinem Buch „Licht werden“, Springer, 2017)

Dazu ein aktuelles Fallbeispiel aus meiner psychologischen Beratungspraxis:
Ein Mann, Anfang Dreißig, leidet trotz schulmedizinischer Abklärung unter ständig wiederkehrenden Schulterschmerzen.
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Imagination – die heilsame Kraft des Geistes

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Imaginationen sind Innere Vorstellungen/Innere Informationen/Innere Bilder. Sie hängen vielmehr mit introspektiver Wahrnehmung des Bewusstseins als weniger mit willentlichem Denkvermögen zusammen. Sie erreichen oft existentielle Tiefe und besitzen große psychische Kraft. Innere Bilder bestimmen unser Denken, Fühlen und Handeln. Sie ermöglichen den Zugang zum Unbewussten und sind das vornehmliche Hilfsmittel im Heilungsprozess.
(aus meinem Buch „Licht werden“, Springer, 2017)

Dazu ein aktuelles, berufsbezogenes Fallbeispiel aus meiner psychologischen Beratungspraxis: Weiterlesen

Zeit zum Umdenken!

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Lebenseinschränkende Überzeugungen über uns selbst und die Welt können sich im Präfrontalen Cortex des Gehirns verankern und unser Denken, Fühlen und Handeln maßgeblich beeinflussen. Es braucht also einen Umdenkprozess, der umso besser gelingt, je stärker er von positiven Gefühlen begleitet wird. Dadurch gelangt das Gehirn in einen kohärenteren Zustand, aktiviert tiefer liegende emotionale Bereiche, die Glücksgefühle auslösen und auf nachgeschaltete Nervenzellen wie Dünger wirken. Die so freigesetzten Substanzen stehen somit im Dienste neuronaler Reorganisationsprozesse.
(Auszug aus meinem Buch „Licht werden“, Springer, 2017)

Dazu ein aktuelles Fallbeispiel aus meiner psychologischen Beratungspraxis:
Eine junge Frau geplagt von diversen körperlichen Beschwerden sowie Selbstzweifel und Selbstvorwürfen Weiterlesen

Erlöst von der Angst vor Einsamkeit

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In den Netzwerken des Präfrontalen Cortex (Stirnhirn) unseres Gehirns sind Informationen in Form von inneren Bildern gespeichert, die sich aufgrund von Lebenserfahrungen, Selbstzuschreibungen und Überzeugungen verankert haben. Es ist sinnvoll, die signifikante Arbeitsweise des Gehirns mit seiner enormen Plastizität (Fähigkeit des Gehirns, seine Struktur und Funktion aufgrund geistiger Aktivität zu verändern) für Selbstheilungszwecke zu nutzen, indem notwendige Impulse auf die richtigen Hirnareale gelenkt werden. Imagination macht dies möglich.
(Auszug aus meinem Buch „Licht werden“, Springer, 2017)

Dazu ein aktuelles Fallbeispiel aus meiner psychologischen Beratungspraxis:
Eine Frau, Anfang Vierzig, träumt wiederholt davon, von ihrem Partner verlassen Weiterlesen

Eifersucht – eine seelische Befreiung

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Immer schon bedienten sich die Menschen ihrer Fähigkeit zur Imagination (Vorstellungskraft), da sie eine ungeheure Vielzahl von Möglichkeiten im Bereich der Selbsterkenntnis, Selbstkontrolle und persönlichen Entwicklung bietet. So schafft sie auch Zugang zu Emotionen und gewährt Einsicht in heilende Prozesse.
„Der Mensch besitzt eine sichtbare und eine unsichtbare Werkstatt. Die sichtbare, das ist sein Körper, die unsichtbare, das ist seine Imagination …“ (Paracelsus)

(aus  meinem Buch „Licht werden“, Springer, 2017)

Dazu ein imaginatives Fallbeispiel aus meiner psychologischen Beratungspraxis von einer Frau, Anfang Vierzig, welche Weiterlesen